2026 08 24 larry thompson 1995

Larry Thompson 1995 und das Internet

1995 war ich live dabei, als Larry Thompson in der Jahrhunderthalle in Frankfurt zu uns sprach und uns sagte, dass er als Amerikaner mit seinem Land natürlich immer etwa 23 Jahre in der Technik voraus sei – aber darum gehe es gar nicht. Er sagte: „Das Internet kommt auf euch zu. Das ist relativ neu. Aber versucht doch, die Vorteile des Internets mit den Vorteilen und Möglichkeiten des Empfehlungsmarketings zusammenzubringen.“ Für ihn war das sozusagen ein Wink in die Zukunft, dass das jetzt kommt und dass wir einfach mal genau hinschauen sollen, was wir damit machen können. Seitdem habe ich das in Erinnerung, und ich bin überrascht, dass es in den letzten 30 Jahren – von 1995 bis heute, 2026 – noch nicht wirklich passiert ist. Es werden zwar verschiedene Dinge im Internet genutzt, wie Zoom als Videokonferenz, Facebook-Profile oder Facebook-Gruppen und Ähnliches, aber dahinter stecken Algorithmen, die Dinge tun, die gar nicht im Sinne des Empfehlungsmarketings sind. Wenn es nur um den Verkauf ginge, wäre das in Ordnung, aber hier geht es um den Beziehungsaufbau.

Deswegen ist es so wichtig, dass jeder Einzelne nicht nur auf einer Plattform ein Profil und eine Identität hat, sondern im Internet überhaupt – dass jemand seinen Vor- und Nachnamen nimmt, daraus eine Domain bildet und eine eigene Webseite betreibt, die er eigenverantwortlich führt, in der er schalten und walten kann, wie er es für richtig hält, und im Idealfall alles richtig macht und von sich selbst erzählt. Also einfach sich selbst zur Marke macht – und zwar nicht als Ersatz für das Unternehmen, für das er arbeitet oder mit dem er zusammenarbeitet, sondern als Ansprechpartner für bestimmte Fragen des Lebens, für bestimmte Probleme und Lösungen, für einen möglichen Beziehungsaufbau zu einem anderen Menschen, vermittelt durch die Möglichkeiten des Internets. Also das Internet als Mittel zum Zweck nutzen, um Menschen zu erreichen, die exakt das interessiert, was ich mache, und mit denen dann auch intensiv persönlich im Gespräch zu sein – sei es per Telefon, per Zoom oder auch durch persönliche Treffen. Darauf kommt es am Ende an.

Aber um dorthin zu kommen, kann man die Möglichkeiten des Internets nutzen – und darf dabei nicht den Fehler begehen, im Chaos und in den Algorithmen einer vorgegebenen Social-Media-Struktur unterzugehen. Stattdessen stellt man selbst die Regeln auf, entscheidet selbst, was man sagt, was man schreibt und was man verantwortet – und wofür man gefunden werden möchte. Also: Wer bin ich, wozu stehe ich, und was würde ich jedem sofort genauso erzählen? Genau das kann ich auch im Internet tun, und das ist, was bisher noch nicht wirklich ernsthaft und strukturiert organisiert wurde. Deswegen greife ich das jetzt an und habe immer noch die Worte von Larry Thompson von 1995 im Ohr: „Versucht, diese Vorteile zusammenzubringen.“ Und wenn das immer noch nicht passiert ist, dann halte ich es für meine Aufgabe, genau diese beiden Effekte zusammenzubringen: die Empfehlung einer Lösung, die Empfehlung neuer Partner, weitere Ansprechpartner und das Empfehlen von meiner Webseite auf die nächste Webseite. Darum geht es. Und wenn dann noch die Menschen ganz natürlich und authentisch in einem Video von dem sprechen, was sie auch jedem Freund erzählen würden, dann kann man über diesen Weg die richtigen Menschen kennenlernen, die dann auch zu Freunden werden können.

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